Es lebe das Sax – ein Hoch auf Regensburgs beste Bar

Es lebe das Sax – ein Hoch auf Regensburgs beste Bar

Wer das Sax nicht kennt der hat Regensburg nie geliebt. Punkt. Die beste, billigste und gemütlichste (naja) Bar in Regensburg hat endlich mal ein Loblied verdient. Leider ist das keine bezahlte Werbung mit der ich Geld verdienen würde aber ich geb die Hoffnung nicht auf das eines Tages ein Barkeeper im Sax diesen Beitrag liest und ich dann für den Rest meines Lebens umsonst trinken kann. Oder zumindest ein Tex aufs Haus bekomm, man soll ja nicht gierig sein.

 

Das Sax: man findet es „Hinter der Pfannenschmiede 1 93047 Regensburg“, allerdings kennt wohl eh kein Student in Regensburg wirklich Straßennamen, in den drei Jahren die ich hier wohne konnte ich mir erst zwei oder drei merken. Wichtig ist ja auch nur das man weiß wie man hin kommt und noch wichtiger wie man wieder nach Hause findet.

Die Musikbar Sax: offizieller Name des Sax. Wirklich. Steht so auf dem Schild. Hab ich allerdings auch erst beim 148. Besuch erfahren und auch da nur durch Zufall. Zufall muss auch bei der Namenswahl eine Rolle gespielt haben, mit Musik hat das Sax nämlich ungefähr so viel zu tun wie Sasha Grey mit Jungfräulichkeit. Ab und zu läuft im Hintergrund eine Playlist und an der Wand hängt ein Saxophon.

Der Türsteher: viel Geld braucht man im Sax nicht aber auf jeden Fall einen Ausweis. Ich kann so oft hingehen wie ich will, jedesmal heißt es wieder „Die Ausweise bitte“. Selbst als ich mal im tiefsten Winter mit T-Shirt zum rauchen rausgegangen bin sollte ich ihn beim reingehen wieder zeigen (also den Ausweis). Aber das nimmt man ja gern in Kauf damit sich endlich die beiden Türen öffnen und einen die Wärme des Sax umarmt.

Die Bar: falls man nicht gerade zum Öffnugszeitpunkt um 19 Uhr kommt, dann ist das erste was man vom Sax mitkriegt eine fast schon animalische Hitze. Kleine Bar, viele Leute…wer sein Date mit Sicherheit feucht machen will der nimmt sie einfach mit in diese Bar. Kleine Übertreibung damits deutlich wird, auf warme Kleidung sollte man im Sax aber wirklich verzichten, selbst im Winter ist ein T-Shirt keine schlechte Wahl. Wenn man sich an die Hitze gewöhnt hat, geht es daran einen Platz zu finden. Aber wenn man nicht rechtzeitig kommt dann könnte man genauso gut das Bernsteinzimmer suchen. Gute Alternativen zum stehen sind der Kicker Raum (da hat man meistens seine Ruhe + einen Kicker der ab und zu sogar funktioniert) oder der Durchgang zwischen den beiden Barräumen.

Das Essen: ja richtig, im Sax kann man auch essen. Unter anderem stehen Chili con Carne und Toast Hawaii auf dem Speiseplan. Dazu auf jedem Tisch ein Schälchen mit Chips und diese werden sogar nachgefüllt. Alleine das ist schon ein Grund das Sax zu lieben. KOSTENLOSE Chips und billiges Bier, kann man Kneipen heiraten?

Die Getränke: endlich, der Punkt aus dem wir alle hier sind. Trinken um die eigenen Sorgen zu vergessen, wer dafür nicht übermäßig viel Geld ausgeben will ist im Sax genau richtig. Bier für 2,50 (leider kürzlich erhöht, war auch schon mal billiger, da sollte mal jemand ne Petition machen „Kein 2er fürn Bier “ oder so). Hausschnaps für 12 Euro (der aufgrund seines Alkoholgehaltes von 18-22% eigentlich eher ein Likör ist), Tex für 1-1,25 Euro und allerlei andere tolle Kreationen. Igor beispielsweis: Rotwein mit Energy. Wenn man das bestellt erklärt einem der Barkeeper schon mal das „er sich immer fragt welche Idioten das eigentlich trinken“. Schmeckt aber eigentlich schon passabel, Kopfweh am nächsten Tag sollte man aber einplanen. Auch mal ganz nett: Isarhalbe. Wer das bestellt bekommt Bier mit Orangensaft und Curaçao. Sieht schön grün aus, schmeckt aber nicht so das man es dauernd trinken müsste.

Die Spiele: neben der Hitze ein weiterer Punkt der das Sax zu einem idealen Ort für ein Date macht. Brettspiele, Kartenspiele, Spiele die sich als Trinkspiel eignen, alles ist da. Bei einigen muss man zwar den Ausweis abgeben aber Hey, den kriegt man ja wieder (zur Sicherheit sollte man aber doch eher einen Freund vorschicken um das Spiel zu holen).

Die Toiletten: wer sich jetzt denkt billige Bar=dreckige Klos, der wird vom Sax schwer enttäuscht. Moderne, schicke, man möchte fast sagen stylische Urinale geben hier den Ton an. Klosteine in wöchentlich wechselnden attraktiven Geschmackrichtungen sind ebenfalls Standard. Aber auch wer andere Körperflüßigkeiten los werden will wird hier fündig, ein großer Automat für Markenkondome ziert die Wand neben dem Waschbecken. Da die angegeben Preise allerdings noch auf DM lauten kann es sicher nicht schaden das Haltbarkeitsdatum kritisch zu untersuchen. Andererseits: wer braucht schon Kondome? Kann es denn einen schöneren Ort geben um schwanger zu werden als die Toilette im Sax?

Das Personal: immer freundlich und stets bemüht alle Wünsche zu erfüllen (ganz ohne Ironie). Falls mich der Türsteher irgendwann einmal auch ohne Ausweis reinlässt wird er hier nochmal besonders lobend erwähnt.

Die Aktionen: für jeden Tag der Woche gibt es natürlich auch ein kleines Sonderangebot. Montags alle Cocktails für 3 Euro, Donnerstags trink 5 zahl 4 und am Sonntag Bier für 1,50. Wenn man also wirklich mal mit nem 10er Spaß haben will dann muss man entweder bestimmte Lokalitäten in Osteuropa aufsuchen oder das Sax. Letzteres hat den Vorteil das man sich die Tests auf sexuell übertragbare Krankheiten sparen kann. Naja zumindest muss man sie nicht ganz so oft machen.

Die Zigarette danach: Sax ist anstrengend, da will man schon mal was rauchen. Sobald man aber das Feuerzeug in der Hand hat ertönt der legendäre Spruch „zum rauchen bitte um die Ecke gehen“. Also geht man die 10 Meter ums Eck und sinniert erstmal darüber warum die Anwohner am Eck den Rauch und Lärm scheinbar besser verkraften als die die direkt über dem Sax wohnen.

Die Bar danach: einen Abend im Sax zu verbringen ist ohne Probleme möglich, falls man aber doch mal etwas neues sehen will bietet sich das Murphys an, nur 20 Meter entfernt, das Bier ist zwar teurer dafür gibts dort Pizza (wenn das Sax anfängt Pizza zu verkaufen zieh ich dort ein).

Der Tag danach: tja kommt drauf an ob man nur zwei, drei dunkle hatte oder beim looping louie ein paar Flaschen Hausschnaps (der eigentlich Likör heißen müsste) vernichtet hat.

 

Langer Rede kurzer Sinn Regensburg wäre ohne die Musikbar Sax nicht dasselbe. Jetzt seid ihr gefragt, erzählt uns eure beste Sax Geschichte. Oder schreibt uns welche Bar auch zu Regensburg gehört wie die Touris zur Altstadt.

 

 

 

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One thought on “Es lebe das Sax – ein Hoch auf Regensburgs beste Bar

  1. Xylophon

    Hallo, das ist das beste das ich je gelesen hab
    okay, tschüss

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